Auf diesem Wege ein schönes neues und gesundes Jahr 2016. Ab dem 29.01 bis 06.02 sind wir wieder in Niigata um direkt bei den Züchtern nach Koi für die neue Saison zu selektieren.

 

 

Zum ersten Mal werden wir auch die All Japan Koi Show 

besuchen, diese Premiere werden wir hier ausführlich dokumentieren und jeden Leser teilhaben lassen.

Natürlich werden wir auch wieder Kundenwünsche erfüllen und suchen ihren Wunschkoi vor Ort, bei wünschen einfach eine Email senden und idealerweise ein Bild anhängen. Jeder ausgesuchte Koi wird wieder auf unserer Homepage und hier bei Facebook hochgeladen. So kann direkt reserviert werden bis die Koi in unserer Verkaufsanlage angekommen sind.

Einen zusammenhängenden Japanreise Bericht wird es auf unserer Homepage geben.

Wir freuen uns auf die kommende Saison ...

Ihr Koi-Center Riepe Team

 


 

Auf geht es! Morgens um 03:30 Uhr in der Früh habe wir uns getroffen. Ich werde dieses Jahr durch meine zwei besten beiden Freunde begleitet, die zufälligerweise dem Koifieber ebenfalls erlegen sind. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme ging es dann los, los in Richtung Amsterdam mit dem Ziel Tokio. Die Besonderheit in diesem Jahr ist, dass wir die All Japan Koi Show besuchen werden. Auch für mich ist dies eine Premiere. Auf dem Weg ging es schon los mit Informationen rund um die Show. Welcher Koi würde dieses Jahr den begehrten Preis "Grand Champignon" gewinnen? Wie ist die Qualität der Koi in diesem Jahr? Diese und viele weitere Fragen stellten sich in den Gesprächen.

 

Dank der sozialen Medien wurde das Geheimnis auch rechtzeit dann gelüftet. Der Grand Champignon wird anders als von vielen sicherlich erwartet als erster Koi premiert und schwimmt in einem Extra Becken. Vor 10 Jahren hätte man sicherlich noch ein bis zwei Tage warten müssen, bevor man eine verlässliche Aussage hatte. Heute geht das binnen Minuten um die ganze Welt.

 

GC 2016

Bildquelle: https://www.facebook.com/koiquestion

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Nach dem Tag in Tokio machten wir uns auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel, das Niigata-Gebiet. Dort sollten wieder einige tolle Koi auf uns bei den Züchtern warten. Obwohl es das sechste Mal ist in Japan, ist der erste Tag immer besonders. Wir starteten den Tag früh und besuchten sofort auch einen Züchter der bekannt ist für seine tollen Kohaku, Torazo. Der kleine Stopp auf dem Weg zu unserem eigentlichen Ziel Maruhiro, lies die Augen von uns erstmal weit öffnen. Genau das ist der Grund dafür, selber nach Japan zu fliegen und so schöne und selten in Europa zusehende Koi bestraunen zu dürfen.

Aber genug geguckt, weiter ging es zu Maruhiro mit dem wir bereits einen Termin abgemacht haben. Nach einem gemütlichen Kaffee zeigte er uns seine Sieger der Alljapan Koishow 2016. Dazu muss man sagen, dass er von elf ausgestellten Koi neun mit einem 1. Platz wiedergeholt hat. Diese Quote ist besonders für einen Züchter der das erste Mal auf der bedeutsamten Koishow ausstellt eine hervorragende Leistung. Nach einem kurzen Überblickt über seine Qualität und Varietäten Vielfalt haben wir uns entschieden einige Nisai (2-jährige) zu selektieren.

 

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Hier noch ein kleines Video des Showbeckens von Maruhiro, hier schwimmen einige seiner Champignons.

Nach diesem guten Start ging es dann auch gleich weiter. Wir suchten Yagenji auf und sind wie in jedem Jahr von seiner Anlage positiv beeindruckt. Das leichte Chaos, welches sich bei den anderen Züchtern häufig einfindet, sucht man hier vergebens. Die gepflegte Anlage, das super klare gesunde Wasser und die tollen Koi luden uns nach einem weiteren Kaffee mit den Yagenji Brüdern zum Kauf ein.

 

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Das Resultat waren drei Koi mit ca. 70 cm Länge. Davon zwei Yonsai (4-Jährig) Shiro Utsuri und Ginrin Tancho Kohaku und ein Sansai (3-Jährig) Doitsu Karashi. Alle drei Koi haben das Potenzial die 80cm Marke zu erreichen.

 

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Das war bisher ein sehr erfolgreicher Tag, also ab zum Mittag essen. Die Mägen knurrten schon und bisher blieb wenig Zeit zur Erholung. Also ging es los zum nächstgelegenden Restaurant.

 

 

 

Gut gesättigt und wieder vollgetankt ging es zu Miyatora. Vor Ort angekommen mussten wir leider gegen unserer Erwartung feststellen, dass in diesem Jahr wohl keine seiner Koi zu uns kommen werden. Leicht enttäuscht von den vielleicht zu hohen Erwartungen machten wir uns auf den Weg zu Marusei, hier würde man doch was finden. Dazu sollte man aber auch wissen, was man genau sucht. In der riesigen Halle angekommen haben wir nur kurz in die Becken geschaut und uns auf den Weg zu Hirashin gemacht. Seine Yamabuki und Chagoi zählen schon seit Jahren zu einem geheim Tipp und das nicht nur bei Kunden aus Europa. Gesagt getan, wir fuhren nur wenige Minuten weiter zu Hirashin und wurden auch fündig.

 

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Ein langer Tag neigte sich dem Ende. Teilweise lies die Anspannung des Tages nach, als wir am Abend beim Bierchen und gutem Essen zusammen den Tag Revue passieren liesen. Bereits am ersten Tag hatten meine beiden Begleiter auch schon zugeschlagen und wurden mit tollen Koi belohnt.

 


 

Der heutige Tag sollte bei der Yamazaki Koifarm beginnen. Pünktlich standen wir auf'm Hof und er empfing uns - wie von ihm gewohnt - freundlich. Stolz zeigte er uns sein neues Koihouse, welches er derzeit baut. Er hatte für uns auch extra die Arbeit dort niedergelegt, sodass wir seine tollen Tosai, Nisai und Sansai bestaunen durften. Aber zunächst mal einen Eindruck vom neuen Koihouse.

 

"Bauabnahme durch drei Ostfriesen) Bildquelle: https://www.facebook.com/KoikichiEU

 

Den Auftrag stets im Blick machten wir uns auf den Fußweg zum Koi House, in dem sich die Nisai befinden. Die Kaufentscheidung wurde schnell getroffen und so habe ich angefangen zu selektieren. Die vierzig Koi von 30 bis 40 cm aus dem Becken zu selektieren ging schnell ...

 

 

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Als kleines Spezial haben wir dann noch hochwertige Shiro Utsuri selektiert.

 

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Nach diesem Erfolg fuhren wir zu Marudoh, jährlich bin ich von seinen Gosanke begeistert. Die gut gewachsenen 2-jährigen Koi schaffen es scheinbar mit Leichtigkeit die 50cm zu überpringen. So haben wir in einigen Becken nicht nur große, sondern insbesondere auch qualitativ hochwertige Koi gesehen. Natürlich sind die 100 cm Riesen auch ein Hingucker. Dennoch haben wir leider nichts finden können, was wir mit nach Deutschland holen wollten und machten uns auf den Rückweg. Wie viele Japaner braucht man um Schnee zu räumen? Eine Menge! Baustellen/Straßensperrungen wie diese sieht man hier beim ständigen Schneefall ständig. Die Berufsgenossenschaftsmitglieder können hier sicherlich ein Lächeln verdrücken oder vielleicht auch ein Zweites :)  ...

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Wie der Zufall es möchte kamen wir bei Maruhiro vorbei. Na gut, also gibt es noch einen Kaffee und viele leckere Süßigkeiten. Nach einer guten Stunde dann gucken wir einfach nochmal in die Becken und sahen Koi, die uns gestern noch gar nicht so aufgefallen sind. Also Wanne raus, Kescher in die Hand und los ging es. Ein Koi nach dem anderen wurde abgenetzt und landete in der Wanne. Hierbei habe wir uns ausschließlich auf die Tancho's konzentriert. Denkste, zu den tollen Tanchos kamen noch ein Nisai GinRin Kohaku, Shiro Utsuri und ein Asagi. Alle selektierten Koi haben ein sehr schönes Potenzial, auf welches man sich ausnahmslos freuen kann.

 

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Danach ging es wieder in die wohlverdiente Kaffeepause und Hironori Hirasawa (Maruhiro Koifarm) hatte noch Zertifikate für einige Top Koi vorbereitet, die ab demnächst bei uns schwimmen werden.

 

 

 

 


 

Der gestrige Tag war gut, sollte es vllt. noch besser kommen? Schon jetzt bemerke ich, dass die gekauften Koi besser sind als in den Jahren zuvor. Dies liegt aber auch an der stetig wachsenden Erfahrnung und Kenntnis unserer Kunden. Viele haben mir Suchaufträge mitgegeben und haben stets Kontakt via Whatsapp oder Email. Dies Alles spiegelt sich in der Selektion wieder und wir hoffen, dass dieser Prozess der angefangen hat sich weiterhin so durchzieht. Die nächste Wahl war Aoki, der sollte doch sicherlich super schöne Doitsu Varietäten für uns haben. Leider wurden wir aber enttäuscht, die verbliebenen Koi waren nicht das, was wir für unsere Kunden brauchen. Aoki ist ein ausgesprochen begehrter Züchter weltweit und somit kann es schon vorkommen, dass er bereits im Januar alles guten Nisai verkauft hat oder selber behält. Dennoch haben wir eine lange Zeit bei Aoki verbracht, schauten uns Elterntiere an und gucken auch nach den wunderschönen Sansai und Yonsai.

Die Alternative ist Kase, ein guter Freund von Aoki und in der Varietäten sieht man auch häufig Gemeinsamkeiten. Also ab ins Auto und durch die Berge ab zu Kase. Und wie erwartet konnten wir noch einige seiner Nisai selektieren. Alle Koi sind Doitsu - schuppenlos, dies sammt vom deutschen Spiegelkarpfer - Koi und zeichnet sich durch seine scharfen Abgrenzungen aus. Einige Highlights sind Varietäten wie Doitsu Hi Utsuri, Doitsu Showa und Doitsu Yamotonishiki (Metallic Sanke).

 

 

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Der erste Besuch bei Hirasawa stand an, aber wie bei seinem Sohn wird erstmal gemütlich ein Kaffee getrunken und "geschnackt". Hierbei ist das zentrale Thema Koi wird aber auch durch viele andere Themen ergänzt. So hatten wir schnell ein gutes Gefühl, es war kein reines Verkaufsgespräch sondern eher ein Besuch bei einem Kumpel. Ehrlich gesagt, haben wir eine Menge Spaß miteinander gemacht und bei der Selektion seiner Koi hat er tatkräftig geholfen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass Senior Hirasawa bereits 74 Jahre ist und dennoch körperlich fit ist wie ein Turnschuh. Das Schleppnetz zur Selektion wird stets von ihm geführt.

 

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Nach den Nisai machten wir uns noch über die Sansai her, dabei stachen seine außerordentlich guten Kujaku heraus. Besser als auf den Bilder zu vermuten sind diese satt rot (beni) und haben ein tolles Körpervolumen. Alle ausgewählten Koi sind zwischen 55 und 65 cm groß. Viele der Koi haben seit Wochen nur minimal Futter erhalten und haben so auch einen Teil ihres Volumens verloren. Dies wird aber durch eine ausreichende Fütterung im Teich spielend wieder angefüttert.

 

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Jedoch war damit der Tag noch nicht abgeschlossen. Hironori Hirasawa, der jüngste der zwei Söhne vom "Boss", hatte Geburtstag und wir durften da natürlich nicht fehlen. Leider war er gesundheitlich etwas angeschlagen, daher blieb es beim Kaffee aber der war auch wieder sehr unterhaltsam. 

 


 

Der vorletzte Tag im Niigata Gebiet war gekommen. Bisher haben wir echt viele Züchter besucht, bilder gemacht und Eindrücke von den Tosai eingeholt. Neben den zahlreichen selektierten Koi, meistens ab 30cm, sind natürlich auch die kleinen Tosai bis 25 cm zu beachten. Vor Ort in Japan mache ich mir am liebsten immer selber einem Eindruck über die Kondition, Qualität und die Varietätenvielfalt. 

Gestern haben wir noch einen Termin mit Hirasawa San gemacht, wir suchten noch was ganz spezielles und sollten dies auch bei ihm finden. Zunächst aber würde erstmal das normale Ritual vollzogen, ich habe mittlerweile das Gefühl, dass wir die nächste Reise um vier Tage verlängern sollte, um die ganzen Kaffeepause  und Gesprächsrunden die permanent ausarteten, wahr zu nehmen. Doch wir sollten noch zum Aussuchen der folgenden drei ganz speziellen Koi kommen.

 

 

 

Diese Koi stammen aus Hirasawa Becken, welches er eigentlich wieder in die mudponds zurück gibt und die Koi noch weiter aufzieht. Man kann sagen, wir haben hier Tategoi gekauft, die der Züchter eigentlich behalten möchte. Dies ist also die Belohnung für die zahlreichen Kaffeepausen und Gespräche. 

 

Unser täglicher Besuch bei Maruhiro war natürlich auch heute wieder dran. Und wieso gucken wir immer ins Becken und suchen erneut aus? Relativ einfach, er hat ein wirklich hervorragendes Preis/Qualitätsverhältnis und ist immer für eine Überraschung gut. So selektierten wir gemeinsam diese Koi aus den Becken. Am liebsten hätte ich noch mehr mitgenommen, aber leider sind unsere Kapazitätem auch begrenzt.

 

   

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Zum Schluss noch zwei "kleine" etwas speziellere Koi. Beide haben ein tolles Entwicklungspotenzial. Besonders sind das weiß beim Showa und das kräftige GinRin beim Kohaku hervorzuheben. Die Entwicklung dieser zwei möchte ich künftig festhalten und hier posten.  

 

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Freitag, der letzte Tag hier bei den Züchtern, gegen Mittag geht der zu Richtung Tokio, wo wir die letzte Nacht sind und dann in die Heimat fliegen. Diesen Tag nutze ich meistens noch um mir ein Bild von Tosai zu machen, vielleicht noch zwei, drei oder vier schöne  Schnappschüsse zu machen oder um den Reisebericht fertig zu schreiben. Aber diesesmal kam wieder einiges anders als gedacht. Die Bilder vom Riesentorii und schöne Aufnahmen in der Landschaft haben wir gemacht. Sowie einige Videos und Bilder von den Tosai der verschiedenen Züchter. Auch haben wir die Zeit genutzt bei Züchter reinzuschauen, bei denen wir bisher noch nicht waren. Aber wie soll es anders sein kamen wir noch bei Maruhiro vorbei. Kaffee und die Zertifikate für unsere acht high quality Nisai gab es noch. Im Gespräch dann kamen wir auf einen Deal, Maruhiro - der einen Narren an uns gefressen hatte - sucht uns 100 Tosai (1-jährige) Koi aus, diese sind bereits 20-28cm groß und die Qualität wird durch den Züchter selber kontrolliert. Also haben wir am letzten Tag auch den letzten Liter unserer Becken genutzt, um alle Koi gut unter zubringen.

 

 

Fehler werden in naher Zukunft, wenn mein Deutsch sich wieder einigermaßen klimatisiert hat, korrigiert.

danke für die Aufmerksamkeit 

Daniel Svoboda